Es war bereits die zweite Ausgabe dieser Freizeit, nachdem das Debut in 2025 auf dem Sportcampus Saar bei den Teilnehmern so gut angeschlagen war, dass eine Neuauflage kommen musste. Und so hatte das Orga-Team diese auf den Weg gebracht. Wie hoch der Zuspruch war, konnte man daran ersehen, dass nur wenige Tage nach dem Start der Anmeldung alle 20 zur Verfügung stehenden Plätze belegt waren. Auch der Autor dieses Berichts war zunächst außen vor geblieben und konnte erst kurz vor Beginn der Freizeit für eine Teilnehmerin nachrücken, die sicher schweren Herzens ihre Teilnahme hatte zurückziehen müssen.
Freitag, den 22.Mai 2026 – 1. Tag – Anreise, Einquartierung: Wir verteilten uns auf mehrere Fahrgemeinschaften. Die Ankunft war ab 14 Uhr anheimgestellt und ein Abendbrot in der Mensa ab 18 bis 19 Uhr gehörte zum Service. Marion, Angelika und Sandra, der Kopf unseres Orga-Teams, unterstützt von ihren Partnern Ulf, Ludwig und Johann waren schon früher angereist, um unter anderem Schlüssel für die Quartiere in Empfang zu nehmen und die mitgenommene Gerätschaft unterzubringen. Das Orga-Team hatte schon im Vorfeld ein Programm für die kommenden 4 Tage aufgesetzt, basierend auf den guten Erfahrungen des Vorjahrs. Danach wollten wir uns ab 19 Uhr im Konferenzraum des Sportcampus treffen. Marion verwaltete die Schlüssel, bekam gleich mit, wenn jemand von den Teilnehmern eintraf und händigte ihm sein Quartierschlüssel aus. Die meisten Quartiere waren Vierpersonenapartments mit zwei Etagenbetten, Bad mit WC, Dusche und Waschbecken, Fernseher, Schreibtisch, offene Garderobenschränke, abschließbare Schuladen für persönliche Sachen, mit dem Wichtigsten eben auf Sportler zugeschnitten. Die meisten Teilnehmer kannten sich vom Vorjahr schon, aber einige Gesichter waren neu und im Konferenzraum konnte man neue Bekanntschaften schließen und die alten erneuern, falls nötig. Hier die Teilnehmer: Neben Marion und Ulf, Angelika und Ludwig, Sandra und Johann, kamen Anita und Martin, Annette und Jürgen, Martha und Toni, Petra und Alois, sowie Antonia, Carmen, Marion und Henry.
Samstag, den 23. Mai 2026 – 2. Tag: Wie schon letztes Jahr bot Marion für jeden Morgen um 7:25 Uhr eine meditative Wanderung in den benachbarten Wald mit einer Gymnastik im Stehen zwischendurch mit Yoga und Qi-Gong-Elementen. Die allermeisten Teilnehmer machten täglich mit. Auf dem Rückweg gingen wir an der Mensa vorbei und da es gerade 8 Uhr war, gingen die meisten gleich rein und holten sich am Frühstücksbuffet, wonach sie gerade Lust hatten. Die Auswahl war reichlich und das Angebot frisch und schmackhaft. Klar, ein gemeinsamer Tisch dient nicht nur dem leiblichen Wohl, sondern auch dem Austausch mit den Tischnachbarn über alles Mögliche in zwangslosen Gesprächen. Die Kantine war an diesem wie auch den nachfolgenden Tagen bei allen drei Mahlzeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen) gut besucht auch von anderen Gästen, vor allem von Kindern und Jugendlichen, ob mit Eltern oder als Gruppe mit ihren Trainern und Betreuern. Der Sportcampus Saarbrücken ist der Badminton-Stützpunkt Deutschlands und so konnten die Besten Deutschlands beim Training beobachtet werden. Nach dem Frühstück hatte man Zeit für sich bis 10 Uhr, denn dann ging es weiter mit einem Gesundheitstraining für Kopf und Körper, das von Angelika und Sandra vorbereitet und geleitet wurde. Manche der Übungen wurden von rhythmischer Musik begleitet. Es ist unglaublich, wie viele schöne Übungen, durchaus herausfordernd, man mit einem Redondo-Ball machen kann. Unsere Trainerinnen hatten sich auch schöne Gruppenübungen einfallen lassen wie die Übung, in der es darum ging, trockenen Fußes ein gedachtes Gewässer zu überqueren, indem man nur aufblasbare Kissen oder kleine Matten als Trittsteine benutzen darf in einer sehr begrenzten Anzahl. Oder die Übung, in der der eine Mitspieler auf einer Bank und der andere auf dem Boden sich einen Ball zuwerfen und dabei die auf dem Boden nach jedem Wurf den Mitspieler wechseln und zum Schluss in der letzten Runde beide einander gleichzeitig einen Ball und ein kleines Kissen zuwerfen. Also, an Abwechslung und Herausforderung fehlte es keinesfalls. Jeder kam auf seine Kosten und jeder ertastete auch mal seine Grenzen. Nach zwei Stunden waren wir erlöst oder befriedigt, jeder halt wie er es empfand. Danach gab es eine Stunde Zeit, um sich auf das Mittagessen um 13 Uhr vorzubereiten. Zu Mittag gab es in der Kantine zwei warme Menüs zur Auswahl, eine reichliche Salattheke sowie eine süße, aber gesunde Nachspeise. Zum Trinken standen Flaschen Mineralwasser. Wer wollte konnte sich gegen Geld auch andere Getränke holen. Klar, Essen und Unterhalten gingen Hand in Hand. Nach dem Mittagessen hatte man genug Zeit für sich. Denn um 15 Uhr ging es weiter mit Leichtathletik in der Halle. Campus Saar ist ein Olympiastützpunkt und entsprechend die Anlage für die Leichtathletik auf dem Stadion, aber wir waren froh, an diesem heißen Tag in der Halle trainieren zu dürfen, die natürlich auch olympischer Norm entsprach. In dieser Trainingseinheit gab Johann den Ton, weil er die Lizenz zur Leistungsabnahme für die Erlangung eines Sportabzeichens hatte. Bevor es losging, erläuterte er kurz die Regeln für die jeweilige Disziplin. Wir fingen mit dem Standsprung an. Viele machten mit, die meisten erfüllten die Norm, zumindest für ein bronzenes Abzeichen, aber nicht wenige erreichten die goldene Stufe. So ähnlich ging es auch bei den nächsten Disziplinen wie 50-Meter-Lauf, gefolgt von Schleuderballwerfen. Insbesondere beim Letzteren zeigte sich, dass es gar nicht so einfach ist, Kraft der Arme mit der Feinmotorik der Hände in Einklang zu bringen. Nach dem Schleuderball kam Seilspringen dran. Die Art, nach vorn oder nach hinten, war altersabhängig, es musste immer auf beiden Füßen zugleich gesprungen werden. Die es versuchten erfüllten alle die Mindestnorm und nicht wenige die Sprunganzahl für ein goldenes Abzeichen. Da waren auch schon die zwei Stunden rum und Schluss mit Sport für heute. Es ist hier aber anzumerken, dass die vielen Gerätschaften, die wir am Vormittag beim Gesundheitstraining und am Nachmittag bei der Leichtathletik gebrauchten, von unserem Orga-Team aus der Heimat herangeschafft worden waren; und das aus gutem Grund. Denn die Organisatoren hatten aus den Erfahrungen des Vorjahres gelernt und lieber die Arbeit, dieses Material zu transportieren, vor dem Training auf- und danach abzubauen auf sich genommen, nur um uns, den übrigen Teilnehmern, einen flüssigen und unbehelligten Trainingsablauf zu bieten. Um 18 Uhr wartete schon das Abendessen in der Mensa und die meisten waren pünktlich da, schließlich regt Sport auch den Appetit an. Ab 19 Uhr wartete der Tagungsraum auf uns und füllte sich. Die Hausordnung verlangte, dass das Mobiliar immer in einer bestimmten Anordnung zurückgelassen wird, die aber nicht unseren Bedürfnissen entsprach. Dier ersten stellten aber schon die Tische in eine lange Reihe und die Stühle beiderseits. Fast alle nahmen wieder an den Platz vom Vortag ein. Die meisten brachten was mit, zum Trinken oder Knabbern oder Naschen. Andere hatten noch nicht genug von Sport und Bewegung und fingen an, Tischtennis zu spielten. Es gab nur einen Tischtennistisch, aber wir kannten eine Spielvariante, mit der viele mitspielen können, nämlich Tischtennis mit Rundlauf. Und das geht so: Die Spieler stellen sich an beiden Tischenden möglichst gleichstark verteilt in zwei Reihen auf. Die aktiven Spieler stehen ganz rechts, die anderen warten, bis der Platz ganz rechts frei wird und sie an der Reihe sind. Der Spieler ganz rechts in der stärkeren Reihe oder bei Parität in einer der beiden fängt mit dem Aufschlag regelgerecht diagonal von rechts nach links an und wechselt zugleich die Tischseite hinter den letzten der dortigen Reihe. Der Spieler, der den Aufschlag entgegennimmt und den Ball zurückspielt wechselt sogleich auch entsprechend die Tischseite. So entsteht ein Rundlauf und jeder kommt dran. Wer den Ball nicht regelkonform zurückspielt, scheidet aus. Und so werden die Spielerreihen immer dünner, bis zuletzt nur zwei sich gegenüberstehen. Sie rotieren nicht mehr und spielen gegeneinander, bis einer gewinnt und Champion wird. Das Spiel ist nicht nur Tischtennis und Bewegung, es ist zugleich eine vorzügliche Unterhaltung mit viel Lachen und Komik für die Spielenden wie auch für die Zusehenden. Erst gegen 22 Uhr hatten wir genug und zogen uns zur Nachtruhe zurück.
Pfingstsonntag, den 24. Mai 2026 – 3. Tag: Der Tag wie die vorigen begann mit einem meditativen Wandern und Frühgymnastik. Danach Zeit für sich, bis es um 10 Uhr in der olympischen Schwimmhalle weiterging. Es war vor allem Schwimmen auf Zeit für Sportabzeichen angesagt. Aber bevor es dazu kam, machten wir eine Art Bewegungsgymnastik im Nichtschwimmerbecken unter Angelikas Anleitung. Sie machte die Bewegungen vor dem Becken vor und wir machten sie nach. Die Wassertiefe von etwa anderthalb Meter erlaubte es. Danach stiegen einige von uns ins olympische Becken (50 Meter) und zogen dort ihre Bahnen bis sie das Gefühl hatten, fit fürs Sportabzeichen zu sein. Johann war die ganze Zeit am Beckenrand, nahm die Wünsche entgegen, gab paar Anweisungen und dann ging es los. Petra, Annette und Carmen erreichten die für Gold oder Silber geforderten Zeitwerte. Wir hatten nur zwei Bahnen zugewiesen bekommen, für die gewünschte Zeit von zwei Stunden. Die Schwimmhalle war nicht stark benutzt, im Becken blieben einige der anderen Bahnen dauernd unbesetzt, so dass man auch sie verwenden konnte. Nach dem Mittagessen ging es wie gewohnt um drei Uhr mit der nächsten Trainingseinheit weiter. Heute hieß sie Kraft, Ausdauer und Yoga. Es fing mit Aufwärmen mit Angelika als Vorturnerin an, hier waren natürlich Ausdauer und ein schnelles Umsetzen des Gesehenen in eigene Bewegungsfolgen im Rhythmustakt gefragt, für Ungeübte durchaus eine Herausforderung. Dennoch machte jeder unverdrossen mit wie er es konnte. Danach ging es mit Zirkeltraining weiter, das alle an ihre Grenzen brachten. Jeder machte in seinem Tempo mit. Yoga folgte in der zweiten Stunde, wo wir fleißig die vorgeführten Figuren übten. So wurden nacheinander alle Muskelbereiche nach der anstrengenden ersten Stunde gedehnt, so dass kein Muskelkater entstehen konnte. Damit war das Soll für heute erfüllt und Zeit zum Verschnaufen willkommen, mit leiblichen Stärkung im Anschluss in der Mensa um 18 Uhr. Der Gesellige Abend stand heute unter dem Line-Dance-Vorzeichen. Den Raum haben wie kurz vorher soweit freigeräumt, dass jeder genug Platz zu Tanzen fand. Die Musik mit passenden Tanzliedern war zur Stelle. Marion bat alle auf die Tanzfläche und führte langsam dreimal die Schrittfolgen vor und wir machten nach. Dann erklang die Musik und es ging so weiter im Rhythmustempo der Musik. Gar nicht so leicht, wie man hätte denken können, dennoch machte jeder unbekümmert weiter, wie er es halt konnte. Die ersten so erlernten Tanzfiguren hätte man noch vielleicht einfach nennen können, aber das steigerte sich von Lied zu Lied, dazu die Anzahl der Figuren, die man sich schon vorher merken musste. Schließlich tanzte nur Jürgen von den Männern noch mit, bis auch er schließlich aufgab und dann nur noch die Frauen die Tanzfläche beherrschten: die beiden Marions, Angelika, Anita, Carmen, Petra und Sigrid tanzten freudig weiter. Es machte Spaß ihnen zuzuschauen, dazu die mitreißende Musik. So klang dieser gesellige Abend aus.
Pfingstmontag, den 25. Mai 2026 – 4. Tag: Der Montag begann wie gewohnt mit der meditativen Wanderung und Frühgymnastik, gefolgt vom gemeinsamen Frühstück in der Kantine. Für 10 Uhr war die Abgabe der Zimmerschlüssel bei Marion vorgesehen und bis dato mussten die Zimmer frei werden. Wer es noch nicht geschafft hatte, ging zum Kofferpacken aufs Zimmer. Um zehn Uhr waren alle Schlüssel bei Marion. Einige Teilnehmer mussten früher abreisen, verabschiedeten sich und traten die Rückreisen an. Andere, die es nicht so eilig hatten, machten noch eine Wanderung durch den angrenzenden Wald, wie letztes Jahr, zum Aussichtsturm und kletterten die vielen Stufen nach oben auf die Aussichtsplattform, von der sie eine Rundumsicht mit ein paar hundert Kilometern weit in die Landschaft hinaus genossen. Danach ließ man noch das letzte gemeinsame Mittagsmahl schmecken. Und die Zeit zum Abschiednehmen war nun da. Mit dem festen Versprechen, nächstes Jahr wieder dabei zu sein, ging man auseinander.
Text: Henry Dappa, Foto: Marion Scheller


